Natürliche Wasseraufbereitung am Flughafen

Die Nutzung von Regenwasser ist sowohl aus ökologischen als auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll. Der Einsatz ist überall dort möglich, wo keine Trinkwasserqualität vorgeschrieben ist – so zum Beispiel für Toilettenspülungen und Waschmaschinen oder auch für viele Anwendungen im gewerblichen Bereich wie Sprinkleranlagen, Feuerlöschsysteme oder die Fahrzeugwäsche. Je nach Einsatzzweck kann dabei auch eine Aufbereitung des Regenwassers erforderlich sein, um Keime und Bakterien zu beseitigen. Oftmals geschieht dies durch den Zusatz von Chlor, wodurch allerdings das Wasser chemisch belastet wird.

Patentierte Technologie auf Basis natürlicher Prozesse

Eine mindestens ebenso wirkungsvolle, jedoch deutlich umweltschonendere Methode zur Wasseraufbereitung bietet das System „emco narewa“ (naturally refined water). Hier wird keimbelastetes Wasser in einem zylindrischen Reaktionsbehälter aus Edelstahl unter Hochdruck extrem beschleunigt. Das daraus entstehende dynamische Zusammenwirken von Zentrifugalkräften, Scherspannungen, Reibungen, Kavitation und Unterdruck zerstört nicht nur Mikroorganismen und biologische Bestandteile, sondern baut sie in Verbindung mit Kaltoxidation ebenfalls ab. Im Zuge der strömungsdynamischen Aufbereitung verringert sich zudem die Oberflächenspannung des Wassers, sodass sich dessen Fließeigenschaften verbessern und dadurch der in den Rohrleitungen bestehende Biofilm ebenfalls nach und nach abgebaut wird. Auf diese Weise lässt sich die mikrobiologische Belastung im Trink- und Brauchwasser auf Basis natürlicher Prozesse und gänzlich ohne chemische Zusätze erheblich reduzieren. Die hohe Wirksamkeit der patentierten Technologie wurde erst kürzlich nachgewiesen: Untersuchungsergebnisse bestätigen, dass im Wasser vorhandene Kolibakterien nach mehreren Behandlungszyklen mit dem System abgebaut sind.

Regenwassernutzung am Frankfurter Flughafen

Von den Vorteilen der strömungsdynamischen Wasseraufbereitung profitiert auch der Flughafen Frankfurt am Main – eine Beispiel-Referenz für den innovativen gewerblichen Umgang mit Regenwasser. Hier wird im Bereich des Terminals 2 auf ca. 45.000 m² Dachfläche das anfallende Regenwasser gesammelt und in sechs Zisternen geleitet. Dort steht es für etwa 900 Toiletten und Urinale sowie für die Feuerlöschkästen und Sprinkleranlagen des Terminals zur Verfügung.

Aufgrund des großen internationalen Renommees des Flughafens sowie der hohen Zahl von Passagieren aus aller Welt hat die Flughafenleitung besonders hohe Standards an die Qualität des Brauchwassers gesetzt. Diesen zufolge soll das Wasser, das die sanitären Anlagen und Feuerlöschsysteme versorgt, keine signifikante Keimbelastung aufweisen. Zur Kontrolle wird das aufbereitete Regenwasser alle 14 Tage auf Keimbefall, etwa durch Legionellen, untersucht.

Umweltschonende und kostensparende Lösung

Ursprünglich wurde das komplette gesammelte Regenwasser zur Desinfektion über eine Dosieranlage bedarfsgerecht mit Chlor angereichert. Da sich das Granulat jedoch nicht vollständig im Wasser auflöste, mussten die Zisternen regelmäßig gereinigt werden. Hierzu war es notwendig, das gesamte Wasser aus dem jeweiligen Regenwassertank abzulassen und die Granulatreste anschließend manuell zu entfernen. Der Einsatz von Chlor hatte dadurch nicht nur eine chemische Belastung des Wassers, sondern ebenfalls hohe Material- und Wartungskosten zur Folge.

Erfolgreicher Einsatz auch für Luftbefeuchtung

Aufgrund der positiven Erfahrungen wird die natürliche Wasseraufbereitung ebenfalls in einer Befeuchtungseinheit der Flughafen-Lüftungsanlage eingesetzt. Hier darf die Keimbelastung der Luft laut VDI-Richtlinie 6022 die von der EU-Luftqualitätsrichtlinie 2008 / 50 / EG vorgegebenen Grenzwerte nicht übersteigen. Daher schaltet sich die Anlage im Ruhezustand der Befeuchtereinheit einmal pro Stunde für fünf Minuten ein, um das in einem Tank bereitstehende Wasser entsprechend aufzubereiten.