Kunstbiennale: Länderpavillons mit neuer architektonischer Qualität

Die Kunstbiennale in Venedig hat am 13. Mai eröffnet und präsentiert auch in diesem Jahr überraschende Länderpavillons - zu den ausgezeichneten Beiträgen zählen der brasilianische, der deutsche und der französische Pavillon.

So besticht der brasilianische Pavillon mit der Ausstellung "Chão de caça" von Cinthia Marcelle. Mithilfe einer schrägen Stahlgitterebene kreiert sie eine Raumstruktur im Raum. Weiße Steine stecken in den Gittern fest, flankiert wird das Ganze durch Skulpturen, Malerei und ein Video, das die Künstlerin in Kooperation mit Tiago Mata Machado geschaffen hat: Menschen mit verhüllten Gesichtern auf einem Dach erzeugen eine Atmosphäre des Widerstands. Das Gesamtwerk spielt auf die politische Instabilität im Land Brasilien und das Thema Rebellion an.

Ähnlich das Thema des deutschen Pavillons, der von dunkel gekleideten Menschen mit geballten Fäusten "besetzt" wird. Die Künstlerin Anne Imhof und die Kuratorin Susanne Pfeffer haben die Architektur des Monumentalbaus umgebaut: War er im letzten Jahr besonders geöffnet, ist er jetzt geradezu hermetisch abgeriegelt - unter anderem mithilfe von Glasflächen, Hundezwingern und Rolltoren. All dies kann die "Besetzer" jedoch nicht davon abhalten, überall hin zu gelangen. Die gläsernen Wände ermöglichen dabei eine komplexe Aufführung, die bis zu fünf Stunden dauert. Die Künstlerin selbst sagt, in der Arbeit gehe es darum zu erkennen, wann die Menschen Widerstand leisten müssen.

Einen Beitrag völlig anderer Art zeigt der französische Pavillon: Hier hat der Künstler Xavier Veilhan das "Studio Venezia" eröffnet. Musiker aus der Lagunenstadt und andere finden während der Biennale ein Aufnahmestudio, das auch als Konzertsaal dient. Vom Künstler eigens entworfene Instrumente - mal originell, mal seriös - können genutzt werden. Die Besucher werden Zeugen eines kreativen Prozesses - mit diesem Konzept vermittelt Veilhan eine verspielt-leichte Atmosphäre. Daneben spielt das Material Holz eine große Rolle - es ist in einer großen Vielfalt verwendet worden und wird zum wahren Augenschmaus.

Fotos: Francesco Galli /Courtesy: La Biennale di Venezia

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